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Bericht vom 18.02.2020:
Beste Helfer: "Solidarität und Tatkraft“
Mehle - 50 Forstgenossen waren zur Jahresversammlung unter der Leitung des Vorsitzenden Burghard Hoberg in den „Papenhof“ gekommen. Zu Anfang stellte Burghard Hoberg fest, dass in den letzten Jahren immer um den Zeitpunkt der Mitgliederversammlung regelmäßig alle „Pläne“ und „Träume“ von der Natur umgekrempelt werden. „Daher wird vom Vorstand immer Einiges an Flexibilität abverlangt“, bedauert Hoberg.
Zunächst begrüßte er Mitglieder und Gäste und hieß sie herzlich willkommen. Darunter begrüßte er: den neuen Bezirksförster Paul Jung, den Forstamtsleiter Michael Degenhardt, Fabian von Plettenberg, den Geschäftsführer der Forstgenossenschaft Südhannover, den Elzer Bürgermeister Rolf Pfeiffer sowie den Kreistagsabgeordneten und Ortsvorsteher von Mehle Wolfgang Thiesemann.
Er erteilte dann den Bericht über das Forstwirtschaftsjahr vom 1.10.18-30.9.2019. Dabei erinnerte er an den Zwischenbericht während der außerordentlichen Versammlung am 17.7.2019. Dabei wandte er den Blick zurück wie auch vorwärts. „Das Sturmholz „Friederike“ wurde nach Aufbereitung zu noch guten Bedingungen vermarktet. Die letzten Industrie-Holzmengen wurden kürzlich erst abgefahren. Im Frühjahr 2019 haben wir eine Ausgleichsmaßnahme für den Bau des Wöhren-Weges nachgebessert und dort 9 Obstbäume auf dem Gebiet des Realverbandes Mehle pflanzen lassen. Am Waldeingang Bergstraße wurden 2 Walnussbäume ersetzt. Die Ersatzbäume stammen aus meinem Garten und aus dem von Friedrich Landsberg und wurden eingepflanzt an der ehemaligen „Stipsbude“. Daran schloss sich dann ein langer Kampf gegen den Borkenkäfer und das beginnende Buchensterben auf exponierten Standorten und die dadurch angerichtete Schäden an. Es gab keine Zeit oder gar Ruhe über Maßnahmen der Bewertung und Abgrenzung mit dem Ziel, „mehr Gerechtigkeit unter den Eigentümern“ zu schaffen. Schadensminderung war das Gebot der Stunde. Die besten Helfer wurden in der Stunde der Not „Solidarität und Tatkraft“. Dann ging er auf den Wechsel auf dem Arbeitsplatz des Försters zum 14. Oktober 2019 und zeigte sich erfreut über den Neuzugang von Paul Jung. Die gute Auswahl hatte Michael Degenhardt getroffen.
Hoberg ging dann auf die Maßnahmen im vergangenen Wirtschaftsjahr ein, wobei der Borkenkäfer zu einem Riesenthema wurde. Denn nach dem „zweiten heißen Sommer“ wurde die Sorge immer ernster. Heinrich Schilde aus Mehle wurde zum wichtigsten Mitarbeiter und erledigte die Aufgabe als „Waldläufer“, um die Bäume zu kennzeichnen. Er stellte Trinetzte auf, beköderte sie mit Lockstoffen und überwachte deren Wirksamkeit. Förderanträge wurden gestellt und immer wieder erweitert. Das befallene Holz wurde weitläufig entfernt und im früheren Sterchamol-Werk am Elzer Bahnhof als Zwischenlager abgelegt. Der „Pool als Geldrücklage“ wurde eingerichtet. Das Holz konnte zum Teil an Mitglieder und Interessenten als Brennholz für 16 Euro + MWST verkauft werden. Inzwischen kostet es weniger als 12 Euro, laut Herrn Fabian von Plettenberg. „Heizt mit Fichte“, so lautete das Motto. Im Pool waren inzwischen Gelder (Fördermittel) eingegangen, so dass das Notwendigste bestritten werden konnte. Ohne Fördermittel wäre die Notgemeinschaft „Borkenkäferpool“ schon im Soll. Dann ging Hoberg auf die Rechnungslegung ein. Der Pool wird inzwischen wie ein Waldbesitzerkonto geführt. Die Kassenprüfer Klaus Pflock und Wolfgang Thiesemann haben die Kasse geprüft und für richtig befunden und die Versammlung hat für Entlastung gestimmt. Auch der Haushaltsvoranschlag wurde gebilligt. Dann wurde der Maßnahmenkatalog vorgelegt und die Umlage und alles wurde gebilligt.
Dann ging es um die Instandsetzung der Wirtschaftswege, denn die haben durch die Abfuhr von dem Holz der „Friederike“ sehr gelitten in der Elze-Mehler Forst. Fördermittel mussten mit Hilfe der Landwirtschaftskammer beantragt werden. Weiterhin soll mit Hilfe von Fördermitteln der weitere Einschlag und Abfuhr des Borkenkäferholzes unter Beachtung bestmöglicher Waldhygiene erfolgen. Was nicht geschafft wird, kann auf den Herbst 2020 verschoben werden. Nach den Vorträgen von Forstamtsleiter Michael Degenhardt und Geschäftsführer des Forstamtes Hannover Fabian von Plettenberg erfolgten die Neuwahlen durch das Ausscheiden von Friedrich Landsberg, Sorsum und Günther Rathing, Quanthof. Burghard Hoberg bbedankte sich bei den beiden Vorstandsmitgliedern für ca. 20 Jahre Mitarbeit im Vorstand auch im Namen der Mitglieder und überreichte ihnen je ein Buchgeschenk. „Ihr habt beide viel erlebt, denn noch niemals hat sich unser Osterwald so dramatisch verändert wie im letzten Jahr“. Der neugewählte Vorstand setzt sich jetzt wie folgt zusammen: Die Beisitzer von Burghard Hoberg sind Cord Warnecke und Heinrich Schilde. Die Stellvertreter sind jetzt Dorothea Schünemann, Johannes Neumann, Diane Thiesemann und Christian Deiters.
Das FFH-Gebiet Limberg-Wöhren ist vom Kreistag noch nicht mit einer Verordnung belegt. Dank des Einsatzes von Wolfgang Thiesemann ist dieses Thema inzwischen dreimal vertagt worden. Der Landkreis möchte dem Waldbauer nichts wegnehmen ohne zu wissen, was dieser dafür bekommt. „Mal sehn, wie lange sie durchhalten und wann der Umweltminister von oben eingreift“, so Hoberg. "Deshalb haben wir im FFH-Gebiet noch einen unbeschränkten Einschlag vornehmen können. Dieser wurde aber der guten Ordnung halber vorab Kerstin Fuchs zur Kenntnis gegeben und abgesegnet. Hauptsächlich haben wir erstmal Verkehrssicherung entlang der Wege betrieben. Es musste schnell gehen, denn alles was bis Anfang Dezember 2019 erledigt war, erhält eine zusätzlich Bereitstellungsprämie. Da unser neuer Förster noch nicht ortskundig war, haben wir Stamm und Stuken jeweils mit identischer Nummern markiert, um es jetzt den Eigentümern im Nachhinein zuordnen zu können. Das Industrieholz, die Zweitlänge wie Herr Jung es nennt, werden dann anteilig gutgeschrieben, d.h. wer 10% vom Stammholz geliefert hat, bekommt auch 10% vom Industrie-Brennholz gutgeschrieben. Es gibt also nach dem Borkenkäferpool auch einen modifizierten FFH-Langholz-Pool. Das Kronenholz wird nicht mitvermarktet. Jeder Eigentümer kann es selbst nutzen oder im Wald zur Humusbildung belassen.

Vor dem Wildessen, wofür Hoberg das Wildbret zur Verfügung gestellt hatte, spendierte er als zusätzliche Beigabe noch einen sehr leckeren Vorspeisenteller mit excellentem Wild-Schinken wegen eines besonderen Jubiläums. Die Familie Dannhausen-Hoberg wurde vor genau 100 Jahren erstmals Mitglied in der Forst und sein Vater wurde Vorsitzender der Forst. Burghard Hoberg wünschte vor dem Festessen zu diesem Teller einen guten Appetit.

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