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Bericht vom 12.03.2020:
Sieben Berge sagenumwoben
Mehle - Beim Treffen der Mitglieder des Altenclubs Mehle sorgte der Heimatpfleger Joachim Werner von Rheden-Wallenstedt nach der Kaffeetafel im Gasthaus „Tante Else“ für eine sehr ausführliche Beschreibung der gGeschichtlichen Stätten rund um die 7 Berge. Die sechs markantesten Stätten waren die „Steinerne Eiche“, die Lippoldshöhle“, die „Schulenburger Kapelle“, das „Bernwardskreuz“, die „Burgruine Winzenburg“ und die „Irminsäule“.
Die "Steinerne Säule" erinnert an August-Adolf von Rheden (geb. 1857, verstorben am 3.1. 1907). Er war Landrat des Landkreises Gronau und konnte von einem Aussichtsplatz fast seinen ganzen Landkreis überblicken. Nach seinem Tod ließ seine Witwe Elfriede von Rheden zur Erinnerung an den Lieblingsplatz ihres Gatten, dort dieses Denkmal als „Steinerne Eiche“ setzen. Es handelt sich um einen ca.2,5 m hohen Betonbaum in Form einer Eiche. Die Eiche würde in Hildesheim gegossen und mit einem Achtspänner-Pferde-Fuhrwerk über Eberholzen zum Nussberg transportiert. Elfriede von Rheden ließ vor der Eiche einen Gedenkstein anbringen, in dem ein Ausspruch der Leonore aus Goethes Schauspiel "Torquato Tasso" gemeißelt steht: "Die Stätte , die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt sein Wort und seine Tat dem Enkel wider." Der Platz liegt etwas abseits vom Wege des Wanderweges von Wallenstedt aus über den Eselsweg immer steil bergan. Das Denkmal ist nicht leicht zu finden, aber ein ganz tolles Plätzchen zur Rast mit Ausblick.
Die Lippoldshöhle: Fast jeder kennt die Geschichte des Räubers Lippold, welcher die Alfelder Bürgermeistertochter entführt hat. Sie musste ihm den "Haushalt" führen. Es ist aber auch die Bistumsgrenze von Hildesheim nach Mainz. Man sieht hier von der Natur geschaffene Felsspalten. Sie wurden künstlich zu einem Erdstall erweitert und dienten im Mittelalter als Sperrburg. Doch schon vorher dürfte die Höhle ebenso wie der nahe „Lügenstein“ religiösen Zwecken gedient haben.
Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1466, als der Hildesheimer Bischof „vor dat Lippoldshohl“ zog, um eine Straße zu versperren. Die Zeit war geprägt von Auseinandersetzungen um den Bereich zwischen Hohenbüchen und Brunkensen, so dass die Höhle zur Quelle zahlreicher Sagen aus dem Gebiet wurde. Die bekannteste Sage ist die vom Räuber Lippold, die auch heute noch in der Ortsgeschichte Brunkensens lebendig ist: Einmal im Jahr am Himmelfahrtstag reitet der Räuber Lippold in den Ort und eröffnet die Feierlichkeiten rund um die Lippoldshöhle. Die Höhle besteht aus mehreren über Gänge verbundenen Kammern sowie einer natürlichen Felsspalte, dem sogenannten „Schornstein“, der ursprünglich als Einstieg gedient haben dürfte. Die Räume sind als „Küche“, „Stube“ und „Gefängnis“ bekannt. Zahlreiche Balkenlöcher in der Felswand lassen auf hölzerne Anbauten rückschließen. Der Einstieg in die Höhle geschieht heute über die Küche oder über eine Stahltreppe in den etwas höher gelegenen Gang zum Gefängnis. Im Inneren der Höhle hilft eine Stahlleiter, den Höhenunterschied im Hauptgang zu überwinden.
Die „Hohe Warte“ deutet auf eine Grenzfeste hin. Die Schulenberger Kapelle liegt oberhalb von Sack. Die Sage schildert, das 2 Riesen die Kapelle geklaut und weggetragen haben. Ein Riese hatte einen Stein im Schuh und ist dadurch gestolpert. Der Stein liegt heute in Langenholzen und wird als "Hottenstein" bezeichnet. Das stark verwitterte Bernwardskreuz aus Stein steht zwischen Everode und Winzenburg. Der Volksmund erzählt, Bischof Bernward von Hildesheim habe das Kreuz setzen lassen. Eine andere Geschichte sagt, dass dort ein Schäfer vom Blitz erschlagen wurde. Die Burgruine Winzenburg ist der Rest einer Burg, die in der Stiftsfehde 1521 zerstört wurde. Das war auch das Amtshaus des Amtes Winzenburg. Nach der Zerstörung wurde das Amtshaus in Hasekenhusen neu errichtet. Der Ort Hasekenhusen wurde in Winzenburg umbenannt.
Die „Irminsäule“ erinnert an Karl den Großen, der an der Diemel die Irminsäule umgehauen haben soll. Die Sachsen versteckten daraufhin die Säule und brachten sie nach Irmenseul. Auch im Hildesheimer Dom gibt es eine Irminsäule. Der Ort „Irmenseul“ leitet seinen Namen von einer Suhle oder feuchten Stelle im Dorf ab.
Edith Tönnies und Renate Heering bedankten sich bei dem rührigen Heimatpfleger Joachim Werner aus Rheden für die Informationen über intereressante Stätten alter Geschichte rund um die 7 Berge und überreichten ihm ein schönes Blumengebinde.

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