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-Aktuelles aus den Ortsteilen:
Sommerliches Konzert: Musikalische Genüsse
Elze - Zu einem sommerlichen Konzert hatten die musikalischen Gruppen des CJD Elze eingeladen und präsentierten dort ausgewählte Teile ihres Repertoires. Die Musiklehrerinnen Gabriele Herbst, Antje Schrader und Gerlinde Wunder sowie Musiklehrer und Leiter der CJD Musikschule Jürgen Kruppa leiteten die Gruppen und präsentierten ein abwechslungsreiches und musikalisch interessantes Programm. Dabei machte die Band mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge fünf bis neun den Anfang. Hier sind die weiblichen Stimmen, bestens unterstützt von den versierten Instrumentalisten und Leiterin Antje Schrader am Klavier, für die Interpretation so einiger moderner Popsongs zentral. Die Flöten-AG unter der Leitung von Gabriele Herbst, über die letzten Jahre zahlenmäßig stark angewachsen und virtuoser geworden, bot drei verschiedene Stücke und verabschiedete sich damit auch von Englisch- und Russischlehrerin Uta Viert, die die Gruppe seit Jahren verstärkt hatte und nach diesem Jahr in den Ruhestand treten wird. Die Chorklassen aus dem Jahrgang fünf erfreuten das Publikum mit einer bewegten Darstellung des Lieds „Halt das Känguru fest“, was sie auf der Bühne intensiv versuchten, sowie dem Lied „Egal, wer wir sind“, das an die Toleranz unter den Menschen appelliert. Zwei Musical-Stücke wurden von Kai-Marei Schröter (Solo) und Helena Bütehorn im Duett mit Robin Frindt gesungen. Alle drei sind im diesjährigen Abitur-Jahrgang und werden die Musikgruppen verlassen. Sie und ihre Mit-Abiturienten aus dem Christophorus- und dem Kammerchor sowie aus der Flöten-AG wurden von Jürgen Kruppa und Gabriele Herbst ebenfalls mit sehr vielen anerkennenden Worten verabschiedet. Mit den Programmpunkten des Orchesters unter der Leitung von Antje Schrader, das eine Auswahl aus verschiedenen Musikbereichen bot, und der beiden Chöre, die mit ihren mehrstimmigen Stücken stimmlich und musikalisch das Publikum beeindruckten, war das Programm vollständig. Nach gut zweieinhalb Stunden inklusive einer Pause bedankte sich der stellvertretende Schulleiter Carsten Söffker-Ehmke bei allen Gruppen und ihren Leitern und wünschte den Gästen eine gute Heimfahrt. Text und Fotos: Marita Bünger

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Förderverein trifft sich einmal im Quartal
Elze - Hildegard Müller, die Vorsitzende des „Fördervereins St. Petrus in vinculus“ Elze-Mehle hatte dieses Mal zum Quartalstreffen in ihr Haus an der Meyermathe eingeladen, was ein besonders persönliches Flair hatte. 16 Mitglieder waren der Einladung gefolgt und so gab es zunächst Anliegen des Fördervereins gemeinsam zu beschließen, um sich dann zu den Berichten aus der Pfarrgemeinde zu äußern. Zum einen ging es um die Anschaffung von einigen Exemplaren des Gesangbuches „Gotteslob“ für die Kirchgänger und Gäste in den Kirchen und zum anderen um die Anschaffung von Kissen für die Kniebänke. Jedoch steht in der Elzer Kirche St. Petrus zu den Ketten eine Renovierung an, die vorerst abgewartet werden sollte. Darüber hinaus kam auch das neue Beet zur Sprache, dass durch die Neugestaltung des Aufganges zur Kirche entstanden ist. Hier wäre es erforderlich, dass Büsche angepflanzt werden sollten, die mit für die Verfestigung des neuen Bodens beitragen könnten. Es wäre ratsam, hier mit einem entsprechenden Gärtner Verbindung aufzunehmen für eine Absprache. Hildegard Müller hatte sich auf ein besonderes Referat vorbereitet, über das Leben des deutschen Jesuiten Friedrich Spee und sein Wirken, der von 25.2.1591 (Kaiserwerth) bis 7. August 1635 (Trier) gelebt hat, in der Zeit der sogenannten Nachreformation bzw. dem Barockzeitalter. Er wurde bekannt als Kritiker der Hexenprozesse und als Kirchenlieddichter. Das Erzherzogtum Trier führt ihn noch immer als heilig mäßige Person. Im katholischen wie auch im evangelischen Gesangbuch werden sehr bekannte Lieder zu Weihnachten und zu Ostern gesungen, die aus seiner Feder stammen und als ökumenisch eingestuft werden: u.a. „O Heiland reiß den Himmel auf..“, „Zu Bethlehem geboren“, Vom Himmel hoch o Engel kommt“ und „O Traurigkeit, o Herzeleid“. Friedrich Spree stammte aus einer Beamtenfamilie mit hohem Ansehen und trat mit 19 Jahren in den Jesuitenorden ein. Nach dem Noviziat absolvierte er ein Philosophiestudium in Würzburg. Seinem Wunsch, als Missionar nach Indien zu gehen, wurde nicht entsprochen. Er unterrichtete dann am Jesuitenkolleg in Speyer. Seine Priesterweihe erhielt er im Mainzer Dom. Als Dozent unterrichtete er an der Jesuiten-Universität in Paderborn und wurde dort Dom-Prediger. Er entwarf für die Seelsorge der „Frommen Frauen“ aus Köln geistliche Texte als „Das güldne Tugendbuch“, -ein Andachtsbuch über Glaube, Hoffnung und Liebe-. Seine Kritik an Folter und Hexenwahn, hat er zum Teil anonym geschrieben, damit man ihn nicht bezichtigen konnte, dass er die „Partei des Satans“ unterstützen wollte. In diesen Jahren kam man in Bedrängnis, wenn man behauptete, dass die Aussagen der gefolterten Personen nicht der Wahrheitsfindung diene und dass diese Frauen „wohl unschuldig“ seien. Hier drohte ihm zeitweise die Entlassung aus dem Orden. Es ging damals ein großer Riss durch die Christen. Heute sieht man in Erinnerung an ihn das Ganze viel gelassener. So ist er im Nachruf bekannt als der bedeutendste katholische Dichter des deutschen Barock. Gottfried Wilhelm Leibniz war angetan von dem „Gülden-Tugend-Kleinod“ und schrieb darüber: “Ich war wunderbar ergriffen, als ich seine Ausführungen über die Natur und Wirksamkeit der göttlichen Liebe las. Ich weiß nicht, ob je ein Schriftsteller, der für das Volk geschrieben hat, diese so wichtige Materie nach ihrem Wert behandelt hat mit Ausnahme dieses einen Autors“. Der Abend schloss mit einem gemeinsamen Lied, das Hilde Müller auf ihrem Klavier begleitete.

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Große gesellschaftliche Aufgabe
Elze - Die westliche Welt muss sich auf eine wichtige Aufgabe einlassen: Die Bedrohung, die durch islamistische Organisationen entstehen kann, darf nicht nur durch die Arbeit von Sicherheitsbehörden bekämpft werden, sondern die Gesellschaft muss Präventions- und Rückführungsprogramme erarbeiten und einsetzen. Zu diesem Schluss konnten die Gäste des Round Table des CJD Elze am letzten Donnerstag kommen, als Alfred Müller, Deutsch- und Politiklehrer am CJD und anerkannter Experte auf dem Gebiet, seinen Vortrag zum Thema: „Salafismus – Eine Bedrohung für Europa?“ hielt. Müller begann seinen Vortrag mit einer kurzen Erläuterung zu den historischen Wurzeln des Salafismus und erklärte, dass Salafisten als „extreme Vertreter des politischen Islams“ gelten, die als grundsätzliche Forderung die Rückkehr zur ihrem „goldenen Zeitalter“ des Islams anstreben. Dieses ist im siebten Jahrhundert angesiedelt und bezieht sich auf die drei Generationen nach der Islamgründung. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die strikte wörtliche Auslegung aller Quellen des islamischen Rechts. Nationalstaaten werden dabei nicht anerkannt, nur die Gemeinschaft der Gläubigen verbindet die Muslime. „Salafisten teilen die Welt ein in das Haus des Friedens, also ihre Gemeinschaft, und das Haus des Krieges, also die Gemeinschaft der Feinde. Da es aber Verbindungen und Kontakte zu Ländern anderer Glaubensrichtungen gibt, nennen sie diese Gemeinschaft auch das Haus des Vertrags“, erklärte der Referent. Er beschrieb daraufhin drei Formen des Salafismus: die puristische, von der Mehrheit praktiziert, deren Anhänger einfach ihre Religion ausleben wollen, die politische, die ihre Ansichten missionarisch verbreiten will und dabei Gewalt als Mittel nur unter bestimmten Umständen akzeptiert, und die dschihadistische Form, die den ‚wahren Islam‘ wieder stark sehen, dabei weltweit Angst und Schrecken verbreiten will und langfristig die Wiedererrichtung des Kalifats und die Weltherrschaft unter der Scharia anstrebt. Dabei ist mit ‚Kalifat‘ die Form eines islamischen Gottesstaates gemeint, in der die religiöse und politische Führung in einer Person vereint sind, die dann als Stellvertreter Gottes gilt. Das erste Kalifat entstand direkt nach dem Tod des Propheten Mohammed. Laut Müller sind nur 0,4% aller Salafisten Anhänger dieser Richtung. „Ein entscheidendes Problem für Europa ist die Attraktivität des Neo-Salafismus für junge Menschen“, so Müller. Insbesondere die oft fehlende Perspektive für diese oder auch der Wunsch, Teil einer Gemeinschaft zu sein oder Aufstiegschancen zu haben, seien die Punkte, an denen salafistische Anwerber anknüpften. Die in europäische Staaten in den letzten Jahren erfolgte Zuwanderung böte den Anwerbern, die sowohl auf den Straßen als auch über das Internet aktiv seien, eine große Angriffsfläche. „Diese Menschen, die als oft hochgradig ausgebildete Menschen auch zu uns gekommen sind, sind nun meist zur Untätigkeit verdammt oder sehen keine Möglichkeiten, die Situation ihrer Familien zu verbessern.“ Hier seien die Gesellschaften aufgefordert, aktiv zu handeln und Integration sowie insbesondere auch Wertevermittlung zu betreiben. „Selbst Vertreter muslimischer Organisationen fordern uns dazu auf, diese Bemühungen zu verstärken. Wir haben eine Gesellschaft mit unschätzbaren Werten, Freiheiten und Möglichkeiten; diese Ideen den Menschen, die mit solchen Formen der demokratischen Mitwirkungsmöglichkeiten überhaupt nicht vertraut sind, näher zu bringen, ist eine der wesentlichen Aufgaben, die wir übernehmen müssen. Der Umgang damit darf nicht allein den Sicherheitsbehörden überlassen werden“, appellierte er leidenschaftlich. Er nannte dazu die Namen einiger bereits bekannter Projekte, die sich z.B. um die Rückführung junger radikalisierter Menschen („Hayat“) oder um die Dialog- und Bildungsarbeit mit Jungen aus allen Herkunftsbereichen („Ibrahim trifft Abraham“) kümmern. „Der dschihadistische Salafismus wird uns noch eine Weile begleiten, die Bedrohung ist real“, schloss Alfred Müller seinen Vortrag. „Deshalb ist es wichtig, dass sich alle gemeinsam der Aufgabe stellen. Alle, die in Bildungs- und Ausbildungsbereichen arbeiten, müssen geschult und gut auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Und ein wesentlicher Bestandteil ist der Einbezug der muslimischen Organisationen.“ In der spannenden anschließenden Diskussion konnte der Experte auch weitere dringende Fragen seines durchweg engagierten Publikums klären, und nach zwei ausgesprochen informativen Stunden waren viele neue Denkansätze geschaffen. Text und Fotos: Marita Bünger

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Salafismus – Eine Bedrohung für Europa?
Elze - Am kommenden Donnerstag, 23.03.17, ist Oberstudienrat Alfred Müller, Deutsch- und Politiklehrer an der CJD Christophorusschule Elze, zu Gast im LIBA des CJD. Er referiert zum Thema „Salafismus –Eine Bedrohung für Europa?“ und kann als Experte für diesen Themenbereich viele wesentliche Einblicke geben. An diesem hochaktuellen Thema Interessierte sind herzlich willkommen. Der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist wie immer frei.

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1x1 Pokalschießen beim Schützenclub Elze
Elze - Im Rahmen des Alt-Herren-abends im März im Schützenclub Elze fand das 1 x 1 - Schießen statt. Hierbei werden 5 Schuss mit dem Luftgewehr stehend aufgelegt abgegeben. Die Berechnung erfolgt so: Der 1. und 2. Schuss müssen so gut wie möglich werden - sie werden addiert. Der 3. Schuss muss möglichst klein sein, er wird von der vorherigen Summe abgezogen. Der 4. Schuss muss wieder so gut wie möglich sein - mit ihm wird das bisherige Ergebnis multipliziert. Der 5. Schuss muss wieder so klein wie möglich sein - das vorherige Ergebnis wird durch ihn geteilt. Sieger ist, wer zum Schluss das größte Ergebnis hat. Eine kleine Einlage für Schummler besteht auch noch: wer weniger als eine „1“ schießt, bekommt beim 3. oder 5. Schuss automatisch eine „10“. Die Alten Herren des SC Elze waren mit 8 Personen an diesem Abend vertreten. Dieter Milte konnte den Wanderpokal, der in diesem Jahr zum 20. Mal ausgeschossen wurde, mit 99,62 Ringen für ein Jahr in Besitz nehmen, gefolgt von Michael Rössing (58,56) und Hartmut Wittke (49,96). Nach dem Schießen gab es Mettbrot und –brötchen, gesponsert von den Medaillengewinnern bei der Verbandsmeisterschaft 2017, Hartmut Wittke und Michael Rössing. Bei kühlen Getränken wurde beratschlagt, warum man selber den Pokal in diesem Jahr nicht gewonnen hat. Text und Foto: Ralf Lorenz

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CJD Elze: Bezirksentscheid war Endstation
Elze - Zwei Jugend-Mannschaften konnte Tischtennis-Trainerin Tatiana Ovtcharova in diesem Jahr zum Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ anmelden. Leider konnten sie nach der erfolgreichen Qualifikation dazu beim Bezirksentscheid nicht alle Spiele gewinnen, sodass dort für sie Endstation war. Die Mannschaft der Wettkampfklasse IV (Jahrgänge 2004-2007) hatte sich bereits für den Bezirksentscheid qualifiziert, die Mannschaft der Wettkampfklasse III (Jahrgänge 2002-2004) konnte den Kreisentscheid in der eigenen Halle bestreiten und belegte dabei nach Siegen gegen das Scharnhorst Gymnasium Hildesheim, die IGS Bad Salzdethfurt, das Josephinum Hildesheim, das Andreanum Hildesheim sowie das Gymnasium Sarstedt überzeugend den ersten Platz. Beim Bezirksentscheid in Hannover war dann aber für die jungen Mannschaften Schluss. Die Mannschaft der Wettkampfklasse III konnte sich gegen das Schillergymnasium Hameln noch durchsetzen, verlor dann aber gegen die Humboldtschule Hannover und das Otto-Hanh-Gymnasium Springe und belegte am Ende den 3. Platz. Die Spieler aus der Wettkampfklasse IV schlugen ihre Gegner aus der Humboldtschule Hannover und aus dem Josephinum, verloren aber gegen die Spieler des Otto-Hahn-Gymnasium Springe und belegten damit den zweiten Platz. Da sich nur die jeweils ersten Mannschaften für den Landesentscheid qualifizieren konnten, war für beide Mannschaften Schluss. Die Jungen und Mädchen (die Wettkampfklasse IV spielte mit gemischten Mannschaften) zeigen aber großes Potenzial, sodass man auf die nächsten Jahre gespannt sein darf. Für die Wettkampfklasse III traten an: Neven Lazic, Arne Flessel, Darian Hage, Janosch Hesse, Florian Winkler, Fynn Wallbaum und Mert Cakir Für die Wettkampfklasse IV traten an: Florian Sandel, Maarten Iffländer, Henry Hitzer, Noah Reichelt, Jara Flessel und Maren Winkler Text und Fotos: Marita Bünger

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Info-Abend am CJD Elze: Der Weg zum Abitur
Elze - Die Broschüre mit der so genannten AVO-GOFAK, die Verordnung über Abschlüsse an Gymnasien und anderen weiterführenden Schulen, lag auch am Freitagabend aus, als der Oberstufenkoordinator Hinrich Diekmann Eltern und Erziehungsberechtigte der Schüler der jetzigen zehnten Klassen zum Informationsabend für die kommenden Jahrgänge 11 und 12, die Oberstufe, begrüßte. Die komplexen Informationen daraus präsentierte er den Gästen dabei in verkürzter und deutlich verständlicherer Form und konnte ihnen so einen guten Überblick darauf verschaffen, was ihre Kinder in der Oberstufe erwartet. Die Oberstufe besteht aus vier Semestern, aufgeteilt auf zwei Jahre. Jedes Semester zählt für sich selbst, alle Leistungen gehen in irgendeiner Form in die Abiturnote ein. Dieser Bereich macht am Ende zwei Drittel der Abiturnote aus, das andere Drittel wird durch die Abiturprüfung in fünf Fächern ermittelt. Die Christophorusschule ist eine der wenigen Schulen, die für den Weg zum Abitur alle möglichen Profile, also Schwerpunkte, anbietet. Das sprachliche Profil, das Englisch-, Latein- und Russischlehrerin Marita Bünger kurz vorstellte, legt dabei den Schwerpunkt auf die Fremdsprachen. Schüler, die dieses Profil wählen, sollten viel Interesse daran mitbringen, sich mit Texten und Filmen in der Fremdsprache zu beschäftigen. Das musisch-künstlerische Profil, zu dem Musik- und Deutschlehrerin Gabriele Herbst Informationen gab, bietet am CJD den Musikleistungskurs an, in dem Musik theoretisch und praktisch den Schwerpunkt bildet. „Notenlesen und musiktheoretisches Grundwissen werden hier vorausgesetzt, aber in einer kurzen Wiederholungsphase kann jeder sich wieder auf den Stand bringen“, erklärte sie. Auch Ausflüge, wie z.B. in die Oper, gehören zum musischen Profil. Die weiteren Profile, das mathematisch-naturwissenschaftliche, das gesellschaftswissenschaftliche und das Sportprofil, stellte der Oberstufenkoordinator kurz selber vor und wies auf die Schwerpunktfächer dabei hin. Diese sind im mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil natürlich Mathematik, Biologie, Physik und Informatik. Auch Chemie wurde in den letzten Jahren von Schülern häufig angewählt und wurde deshalb ebenfalls angeboten. Für das gesellschaftliche Profil liegen die Schwerpunkte bei den Fächern Politik/Wirtschaft und Erdkunde, Sport fordert neben dem praktischen Unterricht auch die Sporttheorie. „Zu den Schwerpunktfächern, die dann in so genannten Kursen mit erhöhtem Niveau unterrichtet werden, kommen weitere Belegungsverpflichtungen; außerdem muss sich jeder Schüler für fünf Prüfungskurse entscheiden, in denen dann die Abiturprüfung abgelegt wird, in vieren davon in schriftlicher, in einem in mündlicher Form.“ Diese Prüfungsfächer müssen drei Bereiche abdecken, das so genannte A-Feld (sprachlich-künstlerisch), das B-Feld (gesellschaftswissenschaftlich) und das C-Feld (mathematisch-naturwissenschaftlich). „Ich kann Ihnen versprechen, dass Ihre Kinder gut beraten werden und dass es nicht passieren kann, dass sich jemand verwählt oder gar nicht zum Abitur zugelassen wird, weil möglicherweise ein Kurs fehlt. Alle Wahlzettel werden auf Vollständigkeit und Korrektheit überprüft“, beruhigte er die Eltern wegen der vielen Vorgaben, die die Oberstufen- und Prüfungsordnungen enthalten. „Und sollte es vorkommen, dass einmal jemand meint, sich doch für das falsche Profil entschieden zu haben, gibt es bis zu den Sommerferien und in Ausnahmefällen auch noch bis zwei Wochen nach Unterrichtsbeginn im neuen Schuljahr die Möglichkeit, das Profil oder auch einzelne Kurse zu wechseln.“ Straff und übersichtlich informiert konnten die Eltern mit vielen Tipps und Anregungen nach gut anderthalb Stunden nach Hause gehen und ihren Kindern erste Informationen weitergeben. Die Schüler selber werden ebenfalls in einer gesonderten Informationsveranstaltung über ihre Wahlmöglichkeiten informiert und müssen dann bis Mitte März ihre Fächer wählen. „Wir versuchen immer, fast alles möglich zu machen; oft hängt viel davon ab, wie viele Schüler ein Fach wählen. Sind es zu wenige, kann kein Kurs dafür angeboten werden, und in seltenen Fällen müssen wir Abstriche machen, da wir die Schüler ansonsten bis 18.00 Uhr in der Schule behalten müssten. Aber im Großen und Ganzen bleibt die Auswahl sehr vielfältig“, erklärte Hinrich Diekmann zum Abschluss. Wer weitere Informationen benötigt oder sich für den Zugang zur Oberstufe am Gymnasium interessiert, kann im Sekretariat der Schule unter der Telefonnummer 05068-466122 einen Termin vereinbaren oder Informationen einholen. Text und Fotos: Marita Bünger

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CJD: Angebot für Sechst- und Siebtklässler
Elze - Viele Eltern der gegenwärtigen Fünft- und Sechstklässler stehen zurzeit vor wichtigen Entscheidungsfragen: Welche Fremdsprache soll ab Klasse sechs neben Englisch gelernt werden und in welchem Profil soll ab Klasse sieben ein Schwerpunkt gesetzt werden? Schulleitung und Kollegen der CJD Christophorusschule Elze bemühten sich am Freitagabend, den Besuchern des Info-Abends diese Entscheidung etwas leichter zu machen, indem sie über die Wahlmöglichkeiten informierten und Voraussetzungen nannten, die die Kinder sinnvollerweise mitbringen sollten. Mit Beginn der sechsten Klasse wird an den niedersächsischen Gymnasien die zweite Fremdsprache unterrichtet. An der Christophorusschule gibt es dabei die Auswahl zwischen Französisch und Latein. Französisch- und Musiklehrerin Susanne Konzack-Diekmann betonte dabei insbesondere die weite Verbreitung der französischen Sprache und die vielen unterschiedlichen Möglichkeiten, die Sprache über zahlreiche Kanäle zu lernen, also neben der Lehrbucharbeit auch über Filme, Theater, Hörtexte usw. Schüler und Schülerinnen, die Französisch als Fach wählen, sollten ein Interesse an der aktiven Nutzung der Sprache in Dialogen haben. Ulrike Reimann, Lehrerin für Französisch und Englisch, organisiert seit nunmehr 23 Jahren den Austausch mit einer französischen Schule, durch den eine aktive Anwendung der Sprache vertieft wird. Sie erzählte kurz vom letzten Austausch, bei dem die Teilnehmer selber reflektierten, wie gut die Anwendung der Sprache in der Realität tut und welche Erfahrungen über sich selbst und das fremde Land man dabei machen kann. Latein-, Englisch- und Russischlehrerin Marita Bünger legte bei der Vorstellung des Fachs Latein Wert auf die Tatsache, dass die Schülerinnen und Schüler mit Latein eine grundlegende Bildung erhalten, die Hilfe beim Erlernen weiterer Sprachen, aber auch im Umgang mit dem Deutschen bringt. Kinder, die eher analytisch denken und weniger Interesse am Sprechen der fremden Sprache haben, sind dort gut aufgehoben. Die Profilwahl ab dem Jahrgang sieben gibt es am CJD Elze, um die auch im Abitur notwendige Wahl eines Schwerpunktes schon einmal in einem früheren Stadium durchzuführen. Die Schülerinnen und Schüler können zwischen dem musischen, dem sprachlichen, dem technischen (Informatik) und dem Sportprofil wählen und erhalten zwei Wochenstunden Profilunterricht. Musik- und Mathematiklehrerin Antje Schrader konnte ein besonders anschauliches Beispiel für das musische Profil bieten, denn sie hatte einige Siebtklässler eingeladen, die auf der Bühne zwei ihrer eingeübten Stücke präsentierten. „Wir bereiten alle zwei Jahre eine größere Aufführung mit Musik, Gesang, Tanz und Theater vor. Die Schüler des Musikprofils sind alle dabei eingebunden und können in den verschiedenen Bereichen einsteigen“, erklärte sie und betonte anschließend, dass es natürlich sinnvoll sei, bereits Unterricht für ein Instrument oder Gesang zu nehmen. „Es ist aber auch möglich, erst zu Beginn des Profilunterrichts damit anzufangen.“ Musikschulleiter Jürgen Kruppa nahm diese Gelegenheit wahr, auch über das Angebot der Musikschule zu informieren, an der bezogen auf Unterrichtswünsche fast alles möglich gemacht werden kann. Michelle Hahn, Spanisch- und Englischlehrerin, zeigte darauf die Angebote des Sprachprofils auf. Ab Jahrgang sieben wird für diese Schüler das Fach Geschichte in englischer Sprache unterrichtet, ab Jahrgang acht kommt ein Einführungskurs Spanisch dazu, der in Jahrgang neun weitergeführt werden kann, sofern nicht alle Schüler einen Schnupperkurs Russisch vorziehen. „Spanisch bleibt an unserer Schule allerdings zurzeit noch auf AGs beschränkt“, erklärte Schulleiter Matthias Casper auf Nachfrage. Für das technische Profil, in dem Informatik gelehrt wird, stand Informatik- und Mathematiklehrer Joerg Schwarze-Schütte vor dem Publikum und zeigte die Besonderheiten dieses Profils. „Die reinen Anwenderprogramme sind kein Schwerpunkt der Ausbildung“, erklärte er. „Wir wollen die Funktionsweise des Rechners und realer weiterer Apparate – wie z.B. einer Kasse im Supermarkt – kennen lernen.“ Auch erste – und dann weitere – Schritte in das Programmieren oder später auch in die Robotik werden gemacht. „Wichtig ist, dass keine Vorkenntnisse erforderlich sind“, betonte er und erklärte, dass sich Mädchen zwar oft anfangs etwas schwerer täten, dann aber erfahrungsgemäß gut aufholten. Das Sport-Profil stellte Schulleiter Matthias Casper selbst vor. Diverse Mannschafts- und Individualsportarten werden dort intensiv geübt und erlernt, auch erste Erfahrungen mit der Sporttheorie werden gemacht. Alle Sportarten werden in den späteren Jahrgängen wieder aufgegriffen und weiter vertieft. Anschließend betonte er, dass die Profilwahl im Jahrgang sieben keine Grundsatzentscheidung sei. „Wenn Ihr Kind zu diesem Zeitpunkt das Sportprofil wählt, heißt das nicht, dass es nicht später ein völlig anderes wählen kann.“ Auch ein Wechsel nach einem Jahr ist möglich. „Und sollte Ihr Kind nach kurzer Zeit merken, dass die Wahl falsch war, kann in Einzelfällen und nach Absprache mit den Fachlehrern auch innerhalb des Schuljahres gewechselt werden, allerdings hoffentlich nur vereinzelt und nicht mehr als einmal“, versuchte er, weiteren Unsicherheiten den Schrecken zu nehmen. Nach etwas mehr als einer Stunde war die Veranstaltung beendet, die Eltern waren gut informiert und konnten mit den Kollegen oder der Schulleitung noch individuelle Fragen klären. Die Schülerinnen und Schüler werden in gesonderten Veranstaltungen über ihre Wahlmöglichkeiten informiert und werden dann ihre Wahlen abhalten. Text und Fotos: Marita Bünger

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Wichtige Schulform- und Schulwahl steht bevor
Elze - Viertklässler und ihre Eltern müssen in den nächsten Wochen für sich die Fragen nach der für die nächsten Jahre geeigneten Schulform und der passenden Schule beantworten. Die CJD Christophorusschule Elze informierte am vergangenen Freitag Eltern und Erziehungsberechtigte über ihr Angebot und stellte die Möglichkeiten vor, die die Schule für die kommenden Fünftklässler bereithält. Wesentliche Grundsätze sind dabei laut stellvertretendem Schulleiter Carsten Söffker-Ehmke, der den Abend moderierte, neben einer fundierten Gymnasialausbildung mit dem ausdrücklichen Ziel, das Abitur zu erreichen, die umfangreichen Wahlmöglichkeiten und Förder- und Zusatzangebote der Schule. „Unseren Schülern soll immer eine hohe Anzahl von Möglichkeiten zur Verfügung stehen, sich und ihre Fähigkeiten ausprobieren zu können und dadurch eine große Motivation zu erhalten. Dies führt auch zu einer größeren Identifikation mit der Schule“, erklärte er den Besuchern des Abends. Außerdem sei es das Ziel der Schule, Stärken zu fördern und an Schwächen mit diversen Unterstützungsangeboten zu arbeiten. „Wir wollen nicht aussortieren; wenn ein Kind bei uns angenommen ist, soll es in enger Zusammenarbeit aller Beteiligten auch durch schwierige Phasen begleitet werden.“ Dies sei umso leichter, da die Schülerzahl pro Klasse in der Regel die Anzahl von 25 nicht übersteige. Einige Mitglieder des Kollegiums waren anwesend, um die Gäste über spezielle Bereiche zu informieren. So erklärte unter anderem Mathematik- und Geschichtslehrerin Lucia Quentin die Idee der Perspektivklasse, die seit einigen Jahren erfolgreich an der Schule eingeführt ist. Dort sind Kinder gut aufgehoben, deren gymnasiale Fähigkeiten zwar grundsätzlich vorhanden sind, die sich aber in unterschiedlichen Bereichen – sei es die Konzentrationsfähigkeit, sei es die Organisation der Materialien – noch nicht vollständig zeigen. Die Schülerinnen und Schüler der Perspektivklasse haben ein Klassenleiterteam, erhalten in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch je eine Wochenstunde mehr Unterricht und werden durch zusätzliche Sprechzeiten mit Eltern enger betreut. „Das heißt aber nicht, dass jedes Kind in diese Klassenform eingestuft werden sollte“, erklärte Carsten Söffker-Ehmke. „Schüler mit z.B. Lese-/Rechtschreibschwächen können auch in Regelklassen mithalten.“ Eine Entscheidung müssen alle Eltern und Schüler vor der Einschulung treffen: Soll der Schwerpunkt in den ersten beiden Jahren eher im sportlichen oder eher im musikalischen Bereich liegen. Für beide Varianten gibt es eine leicht unterschiedliche Stundentafel. „Das ist aber keine Grundsatzentscheidung gegen Musik oder Sport; die Kinder haben natürlich trotzdem Musik- bzw. Sportunterricht, nur eben entsprechend weniger als die jeweils andere Gruppe“, verdeutlichte Carsten Söffker-Ehmke. Der Kammerchor unter Leitung von Jürgen Kruppa, der für den musikalischen Rahmen sorgte, demonstrierte deutlich, welche Ziele man mit dem musischen Profil erreichen kann. Diverse Förderangebote, Begabtenförderung, das Angebot der Offenen Ganztagsschule, Kooperationen mit außerschulischen Organisationen und Vereinen, Gewaltprävention, Schulung der Sozialkompetenz, die schuleigene Mensa sowie ein breit gefächertes Angebot an Transportmöglichkeiten zur Schule waren weitere Themen, die an diesem Abend angesprochen wurden. „Insgesamt sollte man sicher noch einmal zusammenfassend sagen, dass wir hier neben der wunderschönen Lage eine persönliche Atmosphäre und individuelle Förderung zu bieten haben“, fasste Carsten Söffker-Ehmke am Schluss zusammen. „Wenn Ihr Kind Lust am Lernen hat und motiviert ist, ein Gymnasium zu besuchen, sind die ersten Schritte gemacht.“ Interessierte Eltern sollten unter der Telefonnummer 05068-466122 im Sekretariat einen Termin für ein Aufnahmegespräch vereinbaren. Dies ist möglich ab dem 16.01.17 ab 8.00 Uhr. Die Gespräche beginnen dann ab dem 01.02.17. Text und Fotos: Marita Bünger

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Ethische Fragen in der Medizin
Elze - Wie wichtig ethische Themen in der Medizin und wie abhängig das ethische Empfinden von Zeit und Raum sind zeigte Medizinstudent Jan Christoph Mahlmann in seinem Vortrag „Ethik und Philosophie in der Medizin – Gedanken und Fragen hinter lebensverlängernden Maßnahmen“ auf, der nun im Musiksaal des CJD Elze stattgefunden hat. Mahlmann, selbst früher Schüler der Christophorusschule, hat im Jahr 2014 bei der Bundeswehr seinen Dienst angetreten und ist im Rahmen dessen Medizinstudent an der MHH Hannover. Er führte aus, dass ethische Fragen in der ersten Zeit im Studium wenig behandelt werden. „Ich finde aber, dass man links und rechts schauen muss, um sich ein Gesamtbild zu machen, und diese Fragen interessieren mich sehr“, erklärte der Doktorand. Ethik definierte er kurz als die Lehre von den Grundsätzen der Lebensführung, die mit Diskussionen über Moral und bestimmte Werten und Normen einhergehe. In der Medizin – wie wohl in den meisten anderen Bereichen auch – bedeuten die wesentlichen Bestandteile der Ethik oft eine Gratwanderung. „Zur Ethik gehören u.a. Wahrhaftigkeit, der Schutz des Menschenlebens, das Selbstbestimmungsrecht, die Menschenwürde, Gleichheit, Freiheit, Dialogbereitschaft, die Übernahme von Verantwortung und der Grundsatz ‚Gutes tun – nicht schaden‘. Schon beim ersten hier genannten Aspekt sind Ärzte oft in der Situation, dass sie sich fragen müssen: ‚Nützt es dem Patienten mehr, wenn ich alles offenlege, oder schade ich ihm damit eher?‘ Und dieser Balanceakt ist in allen Bereichen zu finden“, verdeutlichte er die diversen ethischen Dilemmata, mit denen Ärzte vielfach konfrontiert werden, „die sie aber auch oft umgehen, um ihre eigenen Zielvorstellungen durchzusetzen“, merkte der Referent an. Dass Ethik von Zeit und Raum abhängig ist, zeigte er an einigen Beispielen. Ob es nun die Verfolgung Homosexueller oder Albinos in anderen Ländern ist oder die Praxis der medizinischen Versuche an Menschen während der Nazi-Zeit, die Einstellung zu dieser Art Fragen ist sehr unterschiedlich und abhängig von vielen unterschiedlichen Faktoren. „Auch wenn ich keinesfalls irgendetwas davon gutheißen möchte, appelliere ich doch an Sie, bei ethischen Konflikten auch einmal die andere Seite anzusehen und zumindest die von ihrer Meinung abweichende Sichtweise zu überdenken“, forderte er seine Zuhörer auf. Ein weiterer Schwerpunkt seines Vortrags war die Frage nach den lebensverlängernden Maßnahmen, ein Thema, das in der heutigen Zeit viele beschäftigt, so auch einige Gäste des Vortrags. Mit einem Fallbeispiel zeigte Mahlmann auf, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf die Eventualitäten ist. Ein junger Mann wollte sich das Leben nehmen, wurde vom Notarzt reanimiert, hatte aber vor Zeugen deutlich ausgesagt, dass er in einem solchen Falle keine Wiederbelebung wünschte. Sein Hirn hatte Schaden genommen, er lag im Koma, und weder sein Vater noch der behandelnde Arzt konnten beim Pflegeheim erwirken, sein Leben enden zu lassen, da er bereits an die künstliche Ernährung angeschlossen war und dies wie eine Tötung gesehen worden wäre. Der junge Mann starb nach sieben Jahren an einer Lungenentzündung, und vier weitere Jahre später entschied ein Gericht, dass die lebensverlängernden Maßnahmen ungerechtfertigt waren. „Sein Selbstbestimmungsrecht in diesem Fall noch ausüben zu können ist schwierig, und es ist offensichtlich, dass gerade die Zeit vor dem Tod eigentlich eine Zeit ist, in der es zwischen Arzt oder Pflegepersonal und Patient intensive Gespräche geben müsste. Dies ist aber oft nicht der Fall und ja auch nicht immer mehr möglich.“ Deshalb sei eine Patientenverfügung so wichtig, allerdings räumte er ein, dass diese ja auch im Notfall vorliegen müsste „und auch das ist gar nicht so einfach.“ Kaum ein Pflegeheim oder Krankenhaus würde explizit danach suchen oder fragen. „Hier spielt auch oft das Geld eine Rolle“, gab er zu bedenken. „Häufig sind neben den medizinischen Fragen gerade bei Krankenhäusern und Krankenkassen eben vor allem wirtschaftliche Aspekte die ausschlaggebenden.“ Weitere meist kontrovers diskutierte Beispiele aus den Bereichen Frühgeburt, Einteilung von Verletzten eines Katastrophenfalls nach dem Grad der Verletzung, Versorgung der Flüchtlinge oder Brustkrebsvorsorge sowie Informationen über die mögliche Einführung einen neuen Ärzte-Eides „da der Hippokratische Eid nicht mehr geschworen werden muss“ ergaben einen spannenden und interessanten Vortrag, bei dem sich einige Zuhörer auch persönlich angesprochen fühlten. Jan Christoph Mahlmann riet am Ende noch einmal allen, immer im Hinterkopf zu behalten, dass es den einen richtigen Weg in ethischen Fragen nicht gebe, die individuellen Werte und die Wertvorstellungen anderer Menschen stimmten nun einmal leider nicht immer überein. Damit beendete der beeindruckende junge Mann seinen Vortrag und erhielt viel Applaus. Text und Foto: Marita Bünger

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